Vögel und Tauben.

Tauben sind keine Schädlinge, sondern Lästlinge.

In Grossstädten treten verwilderte Haustauben als Lästling, Hygieneschädling und Gebäudeverschmutzer auf. Sie stören durch ihr Gurren Menschen im Schlaf, verschmutzen mit ihrem Kot Fassaden und Balkone, verstopfen Regenrinnen durch Nestbau und können unter Umständen Krankheiten auf den Menschen übertragen.

Der Ursprung der Stadttaube.

Die Felsentaube aus dem Vorderen Orient ist die Stammmutter der verwilderten Stadttaube. Sie kommt vorwiegend in Afrika, Asien und Europa vor. Die Vögel bilden grosse Brutkolonien an zerklüfteten Felsenküsten.

Die Haustaube wurde vor Jahrtausenden vom Menschen aus der Felsentaube gezüchtet. Durch die Zucht können die Vögel ganzjährig brüten. Durch ihr hervorragendes Orientierungsvermögen und ihre hohe Fluggeschwindigkeit wurden sie für den Nachrichtentransport und den Taubenflugsport genutzt. Die Menschen nahmen ihre Haustauben mit auf Reisen. So wurden Sie überall heimisch. Den Grundstock für die Stadttauben bildeten somit entflogene und verwilderte Haustauben.

Durch das Entstehen von Grossstädten überall auf der Welt, fanden die Vögel genug Brutplätze in Form von Ruinen, Häusern mit sanierungsbedürftiger Bausubstanz, Bahnhöfen und Brücken. Sie konnten sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts rasant vermehren.

In der Schweiz kommen 5 Arten von insgesamt gut 300 Arten weltweit vor. Zu den in der Schweiz beheimateten Arten zählen die Stadttaube, die Turteltaube, die Hohltaube, die Türkentaube sowie die Ringeltaube.

Biologie und Verhalten.

Tauben treten in Schwärmen auf. Eine Zuwanderung aus anderen Schwärmen ist möglich. Nistplätze liegen oft in der Nähe der Frassplätze, welche von geeigneten Sitzgelegenheiten aus überblickt werden können. Die aktive Fütterung durch Tierfreunde führt zu einer starken Vermehrung der Population, die natürliche Auslese wird verhindert und es entstehen Grossschwärme. Je grösser diese Schwärme sind, umso mehr Abfallprodukte wie Kot, Federn und Nistmaterial entstehen und belasten die umliegenden Gebäude und damit auch die Menschen, die darin arbeiten oder wohnen.

Unter optimalen Bedingungen kann die Taube bis zu 10 Jahre alt werden. Durch die massive Population in Stadtgebieten liegt die durchschnittliche Lebenserwartung jedoch bei 2 bis 3 Jahren und in Innenstädten liegt die Sterblichkeitsrate von Jungtauben bei 90% im ersten Lebensjahr.

Aussehen.

Die Körperlänge dieser Taube beträgt circa 31 bis 34 cm, damit gehört sie zu den grösseren Taubenarten. Das Federkleid ist von grosser Variabilität gekennzeichnet. Die Art ähnelt sehr der Felsentaube.

Entwicklung.

Nistmöglichkeiten finden die Tauben in den Städten nicht nur in Ruinen, sondern auch unter Brücken, in Nischen an Hausfassaden, auf ungenutzten Dachböden und in Kirchen. Das Taubennest wird vom Taubenpaar gemeinsam gebaut. Es besteht neben Abfallresten meist aus Zweigen, Federn und Wurzeln.

Das Weibchen, welches bereits im Alter von 6 Monaten geschlechtsreif ist, legt in der Regel zwei Eier. Die Tauben sind ganzjährig fortpflanzungsfähig und können so bis zu 10 Junge aufziehen pro Jahr. Jedoch ist die Hauptbrutzeit der Tauben meist im zweiten Halbjahr. Die Brutzeit der Vögel beträgt ca. 18 Tage. Danach schlüpfen die Jungtauben, die als Nesthocker bis zu 36 Tage im Taubennest verbleiben und von ihren Eltern gefüttert werden. Taubenpaare bleiben ihr Leben lang zusammen und leben in einer monogamen Partnerschaft.

Nahrung.

Zur Nahrung gehören überwiegend Samen und Körner. Die Nahrungssuche erfolgt in Schwärmen. Felsentauben sind sehr Orts treu und leben in fester Paarbindung. Die Paare brüten zwei Mal im Jahr. Die Tauben sind opportunistisch und fressen neben ihrer Hauptnahrung (Körner und Pflanzensamen) auch Insekten, Würmer und Schnecken. Das Überangebot von Nahrungsresten im menschlichen Abfall steht ebenso auf dem Speiseplan der Taube. So essen sie Brot, Brötchen, gekochte Kartoffeln und sogar Würste. Die Fütterungen durch Tierfreunde führen zum Erhalt von Grossschwärmen und verhindern die natürliche Auslese.

Gefährdungspotential und Schäden durch Tauben.

Medizinische Bedeutung haben verwilderte Haustauben als mögliche Überträger von Krankheiten wie Salmonellose, Ornithose, Toxoplasmose, Aspergillose etc. Neben der Gefahr der Übertragung von Krankheitskeimen können sie auch Parasiten (Taubenzecke, rote Vogelmilbe) und Materialschädlinge (Speckkäfer, Textilmotten, Fliegen) in die Gebäude einschleppen bzw. in ihren Nestern beherbergen.

Aber auch Gebäudeschäden werden von verwilderten Haustauben verursacht. Von einer Taube werden im Jahr ca. 12 kg Nasskot abgegeben, der vorwiegend an den Ruheplätzen anfällt. Dort werden Häuserfassaden und Trottoirs verschmutzt, Dachrinnen blockiert und durch seine Aggressivität, bedingt durch Säuren und Pilzbefall, greift der Kot die Bausubstanz an.

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